Trotzdem: Weihnachten!

Wed, 23 Dec 2020 19:03:37 +0000 von Matthias Voß

Vielleicht ist „Trotzdem“ das passende Wort für die diesjährige Weihnachtszeit. Nicht in dem Sinn, dass wir trotzdem machen, was jetzt falsch wäre, aber: Es gibt ein „Trotzdem“ des Weihnachtsereignisses selbst. War es nicht von Anfang an so, dass Gott trotzdem zu den Menschen kam? Trotz der Aufregung, die schon damals herrschte. Trotz der Verhältnisse, die für manche einen Kampf um die Existenz  
bedeuteten? Weihnachten geschieht. Wir erinnern uns, wie Gott seinen Platz nahm in einer Welt, die beengend sein kann, herausfordernd oder eben auch pandemisch. Sein Ort ist da, wo es beengt zugeht. Trotzdem oder gerade deshalb stiftete er die Heilige Nacht. Weil er kommen und da sein will. Unsere gewohnten Feierabläufe mögen gestört sein, unsere Vorlieben ausgebremst und manche Sicherheiten zerstört. Aber das hindert nicht Weihnachten. Weihnachten ist göttlich. Weihnachten geschieht auch in diesem Jahr!
Und wir werden trotzdem feiern. Bei uns in der Markuskirche mit Gottesdiensten im Freien - neben statt in der Kirche. Wir freuen uns auf den Lichterabend, er zeigt: Trotzdem Weihnachten! Und vielleicht mal ganz anders schön! Weil Gott sich gerade unter dieses Leben gemischt hat. Und weil sein Dasein gerade in die kleinen, begrenzten und beengten Verhältnisse eine Weite des Herzens bringt und dazu hilft, den Widrigkeiten zu trotzen und trotzdem hoffnungsfroh zu sein.  
Ja, trotzdem ist Weihnachten. Gott kommt für eine Weite im Herzen, in der Seele und auch im Verstand. Dass wir unsere Weitsicht behalten und jede Aussicht zum Besseren durch unser Mittun befördern. Gottes Weihnachten ist dafür da, dass wir etwas im Herzen zu bewegen haben. Denn wer das hat, wird nicht eng werden, sondern beweglich bleiben und auch in den gegebenen Grenzen Gottes Weihnachtsbotschaft erleben. 
Matthias Voß